FX Trading

Der Devisenmarkt, auf Englisch auch Foreign Exchange oder FX Market genannt, ist der größte und liquideste Markt der Welt.

Währungen wie zum Beispiel der US-Dollar, der EURO oder der japanische Yen werden im FX-Markt 24 Stunden am Tag gehandelt und verändern fortwährend ihren Wert zueinander. 

Das täglich umgesetzte Volumen beträgt $ 5,1 Billionen 1. Das heißt, jede Stunde werden $ 212,5 Milliarden umgesetzt.

Im Vergleich dazu handelt der weltweite Aktienmarkt ein tägliches Volumen von „nur“ ca. $ 456 Milliarden 2. Das sind in etwa nur 9% vom täglichen Forex-Handelsvolumen.

Im größten Rentenmarkt der Welt, dem US Bond Market, werden täglich $ 759,5 Milliarden umgesetzt 3. Das entspricht nur etwa 15% des täglichen Forex-Handelsvolumens.

Durch die unglaubliche Größe des FX-Marktes ist es selbst Zentralbanken nicht möglich, diesen Markt nachhaltig zu manipulieren. Gegeben der Liquidität und der Konkurrenz unterhalb der Banken, die diesen Markt handeln, bietet der Forex-Markt auf die am meisten gehandelten Devisenpaare extrem niedrige Transaktionskosten. Dies führt dazu, dass, ökonomisch gesehen, der Forex-Markt der fairste Markt der Welt ist.

Der Globale Devisenmarkt (Forex- ODER FX-Markt)

Währungen sind das Zahlungsmittel eines jeweiligen Landes. Die bekanntesten und meist gehandelten Währungen sind der US-Dollar (USD), EURO (EUR), Japanischer Yen (JPY), Britisches Pfund (GBP), Australischer Dollar (AUD), Kanadischer Dollar (CAD), Neuseeländischer Dollar (NZD) und Schweizer Franken (CHF).

Täglich werden Devisen im Gegenwert von Billionen von Dollar in einem hochgradig professionellen Markt gehandelt, indem ein elektronisches Netz von Computern und Handelsplattformen die Devisenhändler von Banken auf der ganzen Welt miteinander verbindet. Effektiv findet der Handel an 24 Stunden rund um die Uhr statt. Am Ende eines Handelstages in Asien werden die sogenannten „Bücher“, also die elektronisch geführten Bankpositionen in den verschiedenen Währungen von den Kollegen in Tokio, Singapur, Hong Kong, Sydney und anderen asiatischen Finanzzentren, an die Kollegen in Europa und hier vor allem in London weitergegeben. Diese wiederum übergeben am Ende ihres Handelstages die Positionen an ihre Kollegen in den USA und hier vor allem nach New York. Am Ende des amerikanischen Handelstages gehen die Bücher wieder nach Asien – somit beginnt eine neue 24-Stunden-Periode. Die Finanzzentren sind so relevant für den Forex-Markt, dass die jeweiligen Handels-Sessions sogar nach ihnen benannt sind: 

9:00 – 17:00 (MEZ) European/London Session 

14:00 – 22:00 (MEZ) Nord Amerika/New York Session

00:00 – 9:00 (MEZ) Asien/Tokio Session

Welche Faktoren beeinflussen den Wechselkurs von Währungen?

Der Umrechnungskurs beschreibt den relativen Wert einer Währung gegenüber einer anderen. Ein Währungswechselkurs im EUR/USD (Euro gegen US-Dollar) von 2,0000 beschreibt somit, dass ein Euro zwei US-Dollar kauft. Der USD ist als Referenzwährung bei 88% aller gehandelten Transaktionen beteiligt 4 und somit die wichtigste Währung der Welt. 

Aber was beeinflusst nun den Kurs einer Währung gegenüber einer anderen? Die am häufigsten genannte Erklärung, um die Veränderung von Wechselkursen zu erklären, ist die Theorie der Kaufkraftparität (KKP). Werden zwei unterschiedliche Währungsräume verglichen (hier zum Beispiel EUROPA versus USA), so werden die Geldbeträge, die nötig sind um gleiche Waren und Dienstleistungen zu kaufen, durch Wechselkurse vergleichbar gemacht 5. Kaufkraftparität läge dann vor, wenn die unterschiedlichen Währungen EUR und USD in unserem Beispiel durch die Wechselkurse dieselbe Kaufkraft haben und man somit in beiden Ländern denselben Warenkorb kaufen kann.
Eine schöne Veranschaulichung für die KKP ist der sogenannte „Big-Mac-Index“, welcher von der britischen Wochenzeitschrift „The Economist“ 1986 kreiert wurde 6. Bei diesem Indikator wird der Preis eines Big Mac in verschiedenen Währungen dargestellt und somit deren Kaufkraft verglichen, indem der Preis der jeweiligen Währung wieder zum aktuellen US-Dollar-Kurs umgerechnet wird. Da es den Big Mac fast überall auf der Welt in standardisierter Größe, Qualität und Zusammensetzung gibt, ist er ein guter Indikator für die Kaufkraft einer Währung, da ein gleiches Gut überall denselben Wert hat.
Als einfaches Beispiel nehmen wir an, dass der Wechselkurs zwischen EUR/USD 2,0000 ist. Nehmen wir weiterhin an, dass ein Big Mac in Deutschland derzeit € 1,99 kostet. Somit sollte ein Big Mac in den USA $ 3,98 kosten. Wenn die Kaufkraft des EUR nun relativ zum USD steigt, so muss der Wechselkurs steigen, damit der EUR nun mehr USD kauft, als vorher. Andernfalls würden in der Theorie die Konsumenten anfangen, das gleiche Gut in dem billigeren Land zu kaufen.

Das gleiche Prinzip greift ebenfalls, wenn wir uns vor Augen führen, dass der „Preis“ für Geld der jeweilige Zinssatz ist. Wenn die reale Nettorendite (inflationsbereinigt) einer Kapitalanlage sich zwischen zwei Ländern unterscheidet, werden Investoren in das Land mit der höheren Rendite strömen. Die Zinsen müssen sich also anpassen, um die Geldbewegung zu stoppen. Dieser Erklärungsansatz für Anlageverhalten nennt sich Zinsparitätentheorie und geht auf den britischen Ökonom John Maynard Keynes zurück 7. Einfach ausgedrückt besagt die Theorie, dass Anleger dort investieren, wo sie die höchste Rendite erwirtschaften. Vergleichen wir allerdings Renditen, ist es immer wichtig, zwischen dem Realzins und dem Nominalzins zu unterscheiden, da der Realzins näherungsweise als Differenz von Nominalzins und erwarteter Inflationsrate errechnet wird. Denn je höher die erwartete Inflationsrate in einem Land ist, je mehr Vergütung verlangen Kapitalanleger, wenn sie in eine solche Währung investieren.

Eine kurze Abhandlung über unsere Währungssysteme

Der aktive Handel in Währungen war nicht immer so aktiv und weit verbreitet wie heute, da Wechselkurse nicht größtenteils flexibel (engl. „free floating“), sondern festgelegt waren. Im 19. Jahrhundert begannen Regierungen ihre Währungen an eigene Goldreserven zu koppeln (sog. Goldstandard), so dass der Wert ihrer Währung an dem Wert der entsprechenden Menge an Gold festgemacht war. Diese Parität zu Gold sorgte für die Preisstabilität einer Währung und gab den Bürgern Vertrauen in ihr Zahlungsmittel. Das Versprechen war, dass eine Regierung oder deren Zentralbank genauso viel physisches Gold vorhält, wie Geldmenge im Umlauf ist. Dadurch sollte sichergestellt werden, dass zu jeder Zeit und in voller Höhe Geld gegen Gold zu tauschen sei (sog. uneingeschränkte Konvertierbarkeit). 

Großbritannien führte den Goldstandard 1821 ein und bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts folgten die meisten größten Volkswirtschaften der Welt diesem Beispiel. In Zeiten von Krieg oder Krisen wurde es aber schwer, ausreichende Goldreserven aufrechtzuerhalten. Während des 1. Weltkrieges mussten viele Länder ihren Goldstandard aufgeben. In den späten 1920er Jahren wurde dann als Lösung ein abgeschwächtes Proportionalsystem (engl. Gold Exchange Standard) eingeführt, bei dem nur für einen Teil der Geldmenge ein Goldbestand gehalten wird.  Auf der sog. Konferenz von Genua wurde 1922 beschlossen, dass neben Gold auch Devisen als Währungsreserven gehalten werden durften 10. Somit konnten nun Landeswährungen gegen Gold oder andere Währungen getauscht werden, welche noch mit Gold besichert waren, wie zu dem Zeitpunkt das Britische Pfund und der US-Dollar. Dies war die Geburtsstunde der ersten Leitwährungen. 

In letzter Konsequenz scheiterte der Goldstandard dann aber mit der großen Weltwirtschaftskrise beginnend mit dem New Yorker Börsencrash im Oktober 1929 und schon 1931 suspendierte Großbritannien seinen Goldstandard und viele andere Staaten sollten folgen. Gegen Ende des 2. Weltkrieges wurde 1944 das sogenannte System von Bretton Woods eingeführt 8. Dieses schaffte eine neue Währungsordnung mit Wechselkursbandbreiten, die vom US-Dollar als Ankerwährung bestimmt waren und an welcher 40 Nationen teilnahmen 9. Im Gegenzug dafür die Weltreservewährung zu stellen, versprachen die USA einen Goldstandard für den US-Dollar beizubehalten. Geschichtlich interessant ist, dass Frankreich eine politische Krise auslöste, als es 1966 die USA aufforderte, die französischen Dollarreserven nicht nur in Gold umzutauschen, sondern diese auch nach Frankreich liefern zu lassen 11.

Bretton Woods wurde erst 1973 aufgrund eines Konstruktionsfehlers aufgegeben und Wechselkurse wurden, wie gesagt, letztendlich in den meisten Ländern freigegeben. Der strukturelle Fehler lag in der Tatsache begründet, dass unterschiedlich schnell wachsende Wirtschaften bei wachsendem Welthandel zu steigendem Bedarf an Dollar-Reserven führten, welcher nur durch einen konstanten Leistungsbilanzüberschuss gegenüber den USA zu decken war. Die USA wiederum unterlagen als Reservewährungsland keinem Leistungsbilanzanpassungszwang, solange die Verschuldung in eigener Währung vom Ausland finanziert wurde. Seit Mitte der 1960er Jahre traten immer häufiger Spekulationskrisen auf und Ende der 1960er Jahre waren die USA aufgrund der Wirtschaftskonjunktur, welche durch den Vietnamkrieg angeheizt wurde, einer erhöhten Inflation unterworfen. In letzter Konsequenz musste die Lösung dann darin bestehen, Bretton Woods aufzugeben und zu einer Währungsordnung von freien Wechselkursen überzugehen, wie wir sie heute kennen. Als interessante Nebenbemerkung gilt darauf hinzuweisen, dass auch der EURO einen strukturellen Fehler hat. 19 unterschiedlich schnell wachsende und schrumpfende Volkswirtschaften sind an einen gemeinsamen Leitzins der Europäischen Zentralbank gebunden und können nicht länger über die Auf- oder Abwertung ihrer eigenen Landeswährung ihre produzierten Güter und Dienstleistungen für den Export, zum Beispiel, billiger machen. Langfristig wird dies nicht funktionieren.

Noch heute gibt es feste Wechselkursregime, welche an den US-Dollar gebunden sind, wie zum Beispiel der Hong Kong Dollar (HKD), oder der Saudi-Arabische Riyal (SAR). In jüngster Vergangenheit löste sich das ehemals feste Wechselkurssystem der chinesischen Währung Renminbi (CNY) auf, wurde zu einem flexibleren System der Dollar-Kopplung innerhalb einer Bandbreite. Zuletzt schaffte es der Renminbi, am 30. November 2015, sogar vom Internationalen Währungsfond (IWF) zur fünften globalen Leitwährung neben US-Dollar, Euro, britischem Pfund und Yen erhoben zu werden und ist nun seit dem 1. Oktober 2016 als fünfte Währung in den Weltwährungskorb des IWF aufgenommen 12.

Das Beispiel des Renminbi zeigt, warum die größten Volkswirtschaften der Welt heute eine frei schwankende Währung haben, deren Wechselkurs sich ökonomischen und marktwirtschaftlichen Entwicklungen anpasst. Somit wird das Entstehen von flexiblen Währungen oft als ausschlaggebender Faktor für die verbesserte Erhaltung der globalen Finanzstabilität gesehen.

Heute ist es Aufgabe der unabhängigen Zentralbanken, wie zum Beispiel der U.S. Federal Reserve (FED), der Bank of England (BoE), oder der Europäischen Zentralbank (EZB), für die Preisstabilität einer Landeswährung zu sorgen.

„Die Europäische Zentralbank (EZB) ist die Zentralbank der 19 Mitgliedstaaten der Europäischen Union, die den Euro eingeführt haben. Unsere vorrangige Aufgabe ist es, Preisstabilität im Euroraum zu gewährleisten und so die Kaufkraft der gemeinsamen Währung zu erhalten 13.“

Die Länder der heutigen europäischen Währungsunion brauchten mehrere Dekaden, um einen gemeinsamen Wirtschaftsraum mit einer gemeinsamen Währung zu implementieren. Im Januar 1999 wurden dann die Wechselkurse für die neue, gemeinsame Währung – den EURO – für die 11 partizipierenden Länder festgelegt. Anfangs war der EURO nur eine buchhalterische Währung, bevor EURO-Münzen und -Scheine die beteiligten Landeswährungen 2002 ersetzten.  Die EZB ist verantwortlich für die Währungspolitik der gesamten Eurozone, muss dabei aber die unterschiedlichen Entwicklungsgrade der verschiedenen Mitgliedsvolkswirtschaften berücksichtigen. Aufgrund der Gemeinschaftswährung kann die EZB bei ihren geldpolitischen Beschlüssen leider nicht auf den Wechselkurs als geldpolitisches Instrument zurückgreifen, sondern kann lediglich Einfluss auf die Euro Geldmarktzinsen nehmen.

Wer sind die Akteure im FX-Markt?

Der Einfluss verschiedener Akteure im Forex-Markt hat sich über die Jahre verschoben. Traditionell waren die wichtigsten Teilnehmer im Markt die Importeure und Exporteure von Gütern, welche zur Abwicklung ihrer internationalen Geschäfte, Devisen über Großbanken an- und verkauft haben. Somit war es der Welthandel, der als hauptsächlicher Treiber Angebot und Nachfrage nach Währungen bestimmte. Die Forex-Märkte reagieren auch heute weiterhin sowohl direkt auf die Aktivitäten im globalen Warentausch, als auch indirekt auf Wirtschaftsdaten in Bezug auf Außenhandel und weltweite Investitionsströme. Jedoch hat der Einfluss, den der Welthandel auf die Devisenmärkte hatte, in dem Maße abgenommen, wie die Handelsaktivitäten von globalen Finanzinvestoren an Bedeutung dazugewonnen haben.

Die treibende Kraft hinter diesem Wandel hin zu einem Markt, der von Investoren dominiert wird, war die internationale Suche des Kapitals nach profitablen Anlagemöglichkeiten. Kauft ein deutscher Investor, zum Beispiel, U.S. Aktien, so nimmt er zusätzlich zum Preisrisiko der Aktien (fallen oder steigen die gekauften Werte?) auch noch das Währungsrisiko (steigt oder fällt der EURO gegen den US-Dollar?) auf sich, da die Papiere in einer Fremdwährung gekauft wurden. Der Investor kann natürlich das Währungsrisiko absichern. Dies bedeutet, dass er gegen eine Gebühr ein Absicherungsgeschäft tätigt, welches ihn gegen die Auf- oder Abwertung des Euros versus dem US-Dollar während der Zeit seiner ausländischen Investition neutralisiert.

In den vergangenen Jahren haben immer mehr Investoren die Währungen selbst als eine eigenständige Anlageklasse und potentiell zusätzliche Einkommensquelle für sich entdeckt. Niedrigere Erträge aus traditionell genutzten Anlageklassen wie Aktien und Rentenpapieren, sowie die wachsende Inkongruenz zwischen Vermögenswerten und zukünftigen Verbindlichkeiten bei Pensionskassen weltweit führten dazu, dass Investoren nach neuen, nicht korrelierten Renditequellen suchen mussten. Währungen bieten nicht nur den Vorteil der Diversifizierung eines Portfolios, sondern aufgrund von Ineffizienzen im FX-Markt auch das Potential für zusätzliche Erträge.

Heute sind die größten und wichtigsten Marktteilnehmer im FX-Markt die globalen Finanzinstitute. Das sog. Interbankengeschäft zwischen Großbanken macht mittlerweile 42% des gesamten Forex-Umsatzes aus. 22% des Umsatzes entfallen auf kleinere Banken, die selbst Kunden bei den Großbanken sind. Institutionelle Investoren wie Versicherungen und Pensionskassen sind für 16% des Umsatzes verantwortlich, während rein spekulative Aktivitäten von Hedge Funds und Proprietary Trading Firmen (Eigenhandels-Firmen) weiter gefallen sind, nämlich von 11% (2013) auf 8% (2016). Ebenfalls gefallen sind die Umsätze von Unternehmen und Regierungen (engl. non-financial customers) im FX-Markt, welche nur noch für 7% des täglichen Volumens verantwortlich sind. Dieser Trend war auch schon in der BIS Studie von 2013 vertreten. 77% des gesamten Handels findet in Großbritannien, den USA, Singapur, Hong Kong und Japan statt.

Im Klartext heißt das, dass der Forex Markt nur zu 8% rein spekulativ ist. 

Deshalb bilden wir das Trading in diesem Markt aus, da es ökonomisch der fairste Markt der Welt ist. Durch seine Größe ist es niemandem möglich, diesen Markt langfristig zu manipulieren und der Anteil spekulativer Marktteilnehmer ist extrem gering 14.

Ansätze in Währungen zu investieren

Auch wenn Währungen eine eigene Anlageklasse bilden, kann ein Investor nicht einfach in eine einzelne Währung investieren. Eine Investition bedingt, dass ein Anleger eine Meinung zur Wertentwicklung einer Währung relativ zu einer anderen Währung hat. Zum Beispiel US-Dollar gegen EURO. Eine Hilfe kann sein, eine Währung wie eine Art Aktie über die Volkswirtschaft eines Landes anzusehen. Glauben wir also, dass sich die Volkswirtschaft in den USA positiv entwickeln wird, erwarten wir, dass die Zinsen dort steigen, was wiederum bedeutet, dass der US-Dollar ebenfalls steigt. Wir können den US-Dollar aber nicht alleinig kaufen. Wir müssen ihn gegen eine andere Währung, welche wir im Gegenzug verkaufen, handeln. Zum Beispiel erwarten wir, dass sich die Volkswirtschaft der EU negativ entwickeln wird. Wir haben eine hohe Arbeitslosenquote, der Brexit wird ebenfalls negative wirtschaftliche Folgen für die EU haben und wir haben kein Wirtschaftswachstum. Wir würden also darauf spekulieren, dass die Wirtschaft weiter schrumpft, die Zinsen gesenkt werden, was zur Folge hat, dass der EUR fällt. Somit wäre unser Trade: VERKAUF EUR gegen KAUF USD. Denn wenn wir den USD kaufen, verkaufen wir parallel den EUR und umgekehrt. Geht unsere Erwartungshaltung auf und der USD steigt relativ zum EUR, so lösen wir das Geschäft beim Erreichen unseres Ziels wieder auf, indem wir unsere teurer gewordenen US-Dollar jetzt verkaufen und unsere billiger gewordenen EUR günstiger zurückkaufen: KAUF EUR gegen VERKAUF USD.

Nichts anderes tun Sie übrigens, wenn Sie in den Urlaub von Frankfurt nach New York fliegen. Vor Ihrem Abflug tauschen Sie € 1.000 gegen USD bei einem Kurs von EUR/USD 1,1000 und erhalten $1.100 mit denen Sie in den USA bezahlen können.
Am Ende Ihres Urlaubes tauschen Sie nach zwei Wochen Florida Urlaub vor Ihrem Abflug Ihre übriggebliebenen $ 550 zurück in EUR zu einem Kurs von EUR/USD 1,1500 und erhalten € 478,26.
Der EURO ist in den zwei Wochen stärker geworden, was bedeutet, dass Sie jetzt bei Ihrer Rückreise mehr USD pro einen Euro bezahlen mussten. Vorher war ein Euro $ 1,10 wert, nun ist ein Euro $ 1,15 wert. Wäre der Wechselkurs gleichgeblieben, hätten Sie € 500 erhalten, so aber nur € 478,26. Die Schwankung im Wechselkurs hat sich zu Ihren Ungunsten entwickelt, was als Währungsrisiko bezeichnet wird.
Beim Forex Trading geht es darum, diese Schwankungen zu unseren Gunsten auszunutzen.

Viele globale Unternehmen und Vermögensverwalter nutzen den FX-Markt zur Absicherung ihrer oben beschriebenen Währungsrisiken. Investoren, die Profite aus dem Währungsmarkt ziehen möchten, können unterschiedliche Ansätze zur Gewinnerwirtschaftung verfolgen.

Der wohl bekannteste Ansatz ist der sog. Carry Trade. Der Begriff „Carry Trade“ bezieht sich auf eine Handelsstrategie, die sich den Zinsunterschied zwischen zwei Währungsräumen dadurch zunutze macht, dass Mittel in der niedriger verzinslichen Währung aufgenommen und in der höher verzinslichen Währung angelegt werden. Solche Strategien sind profitabel, solange die Währung mit dem höheren Zinsniveau gegenüber der anderen Währung nicht derart stark abwertet, dass der Zinsvorteil kompensiert wird 15.

Beispiel:

Der Zinssatz in Neuseeland ist am 10.11.2016 bei 1.75% 16.

Der Zinssatz in Europa ist am 10.11.2016 bei 0.00% 17.

Ein deutscher Investor will nun € 100.000 für 1 Jahr in NZD anlegen, um einen Carry Trade aufzusetzen.

Dazu eröffnet er eine Position VERKAUF EURNZD über 1 Lot (ein Lot entspricht 100.000 Einheiten der Basiswährung, welche immer vorne steht).

Nach 365 Tagen – alle Wechselkursveränderungen außer Acht gelassen – hat der Trade ihm € 1.750 Zinsen eingebracht. 

Die verkauften EUR haben 0% p.a. gekostet, während die gekauften NZD 1.75% p.a. eingebracht haben.

Somit verdient der Investor bei einem Carry Trade das Zinsdifferential. Die Gefahr ist aber, dass sich der Wechselkurs während der Haltedauer zu seinen Ungunsten verändert. In dem Fall wiegen die verdienten Zinsen unter Umständen den Kapitalverlust nicht wieder auf.

Beispiel:

Unser deutscher Investor, der € 100.000 für 1 Jahr in NZD anlegen will, eröffnet seine Position beim heutigen Kurs von 1,5104. Das heißt, er tauscht € 100.000 und erhält dafür NZD 151.040. Nach 365 Tagen löst er die Position wieder auf und tauscht seine NZD 151.040 zurück in EUR. Nehmen wir an, der Kurs ist nun aber zurück auf 1,6000 gelaufen. NZD 151.040 / 1,6000 = €94.400. Der Verlust von -€ 5.600 wird nur leicht durch die verdienten Zinsen von +€ 1.750 geschmälert. Am Ende realisiert der Investor in unserem Beispiel einen Verlust von -€ 5.600 + € 1.750 = -€ 3.850.

Um einen Carry Trade erfolgreich zum Abschluss zu bringen, muss ein Investor eben auch die Richtung des Wechselkurses korrekt antizipieren.

Die meist verbreitete Methode in Währungen zu investieren, ist über den sog. fundamentalen Ansatz. Hierbei geht es darum, den fairen Wert einer Währung über eine Analyse der fundamentalen Daten einer Volkswirtschaft zu identifizieren, um dann die Wechselkursentwicklung gewinnbringend zu antizipieren. Daten, die dabei untersucht werden, sind zum Beispiel das Wirtschaftswachstum einer Volkswirtschaft, die Entwicklung der Wirtschaftspolitik sowie des staatlichen Haushaltsdefizits oder -überschusses.

Wie bei jedem eingegangenen Trade, ist es auch hier so, dass sich der Investor oder Händler dem Risiko aussetzt, sein eingesetztes Kapital teilweise oder in Gänze zu verlieren, sollte die Analyse und deren Conclusio falsch gewesen sein.

Fazit

Währungen, die ältesten Finanzinstrumente der Welt, bilden einen integralen Bestandteil unseres modernen Welthandels und seiner Investitionen. Heutzutage haben die meisten Währungen frei-floatende Wechselkurse, was wiederum in der stets globaler werdenden Weltwirtschaft für mehr Finanzstabilität sorgt. Die Globalisierung von Wirtschaftsgütern und Dienstleistungen bildete das Fundament für den modernen Devisenmarkt. Heute dominieren jedoch die weltweiten Kapitalströme der auf Gewinn ausgerichteten Investoren den Währungsmarkt. Es gibt unterschiedliche Ansätze, im Währungsmarkt Gewinne zu erzielen. Unter anderem der Carry Trade, aber auch das direktionale Spekulieren auf die Entwicklung einer Währung relativ zu einer anderen. Mittlerweile als eigenständige Anlageklasse angesehen, bieten Währungen die liquidesten und volumenstärksten Märkte der Welt, um Gewinne und Renditen zu generieren. 

  

Quellenverzeichnis >>

 

 

 

 

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